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Ausstellungsdauer 13.11.2021 – 23.01.2022

INGE DICK UND FREUNDE

RENATE BALDA, HELLMUT BRUCH,
RITA ERNST, GERHARD FRÖMEL,
ROSA M HESSLING, VERA RÖHM

Liebe Freundinnen und Freunde der Galerie, 

 

Die österreichische Künstlerin Inge Dick (*1941), die zu den renommierten Vertreter*innen der Gegenwartskunst zählt, sensibilisiert den Betrachter mit ihrem vierteiligen Zyklus „jahres licht weiss“ für die Farben des Tageslichts in den verschiedenen Jahreszeiten. Sie filmte im Frühling, Sommer, Herbst und Winter über Tage hinweg eine weiße Fläche in ihrem Atelier und montiert daraus einzelne Filmstills in ihren Fotoarbeiten aneinander. Mitnichten ist die weiße Fläche in der Aufnahme nur weiß, sondern zum großen Erstaunen ausgesprochen farbig. Faszinierend ist, dass es der Künstlerin mit ihren Fotomontagen gelungen ist, das jeweilige Farbspektrum einer Jahreszeit nebeneinander zu stellen und dadurch überhaupt erst in Form einer chronologischen Progression sichtbar zu machen. Die Kunsthistorikerin Gerda Ridler schreibt dazu: „Licht ist das künstlerische Lebensthema von Inge Dick. Sie arbeitet mit natürlichem Licht, das zwar keine physisch greifbare, aber eine über die Wahrnehmung fühlbare Präsenz besitzt. In jahrelanger, fast wissenschaftlicher Akribie ist es ihr mit unterschiedlichen Medien gelungen, die Substanz des Lichts einzufangen und die sich im Tagesablauf verändernde Farbtemperatur bildhaft zu machen.“ 

 

In den Räumen der galerie linde hollinger werden neben Fotografien aus dieser Serie „jahres licht weiss“auch groß- und mittelformatige Polaroids verschiedener Serien - ein Alleinstellungsmerkmal der Künstlerin - zu sehen sein. Beispiele aus der Werkgruppe der Polaroids waren 2018 in der Tate Modern in London in der Ausstellung „Shape of Light. 100 Years of Photography and Abstract Art“ zu sehen. Inge Dick konnte 2019 den großen Kunst - am - Bau - Wettbewerb für die Erweiterung des Terminal 1 am Flughafen München für sich entscheiden. 2020 erhielt sie den Österreichischen Kunstpreis für Fotografie. 

 

Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen österreichischer und internationaler Museen wie u.a. im Museum der Moderne (Salzburg), Lenbachhaus (München), Museum Ludwig (Köln) und dem Guggenheim Museum (New York). Inge Dick lebt und arbeitet in Innerschwand am Mondsee in Oberösterreich. Inge Dick hat befreundete Kolleg*innen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gebeten an ihrer Ausstellung hier in Ladenburg mit ein bis zwei neuen Werken teilzunehmen: Renate Balda ist mit keramischen Objek- ten, Hellmut Bruch mit Acrylglasbildern, Rita Ernst mit zwei Gemälden ihrer jüngsten Serie, Gerhard Frömel mit Wandreliefs, Rosa M Hessling mit Farbmalereien und Vera Röhm mit Skulpturen ihrer Werkgruppe „Ergänzungen“ vertreten. 

 

 


Rosa M Hessling  trägt unzählige, mit mineralischen Stoffen, sog. Interferenzpigmenten, versetzte Farblasuren auf Spiegelflächen auf. 

 

Ihre Farbmalereien erzeugen winkelabhängig je nach Lichteinfall unterschiedliche, teilweise gegenläufige Farbeindrücke. Ihre neuen Werke spielen sowohl mit den Tiefen und Untiefen zwischen Raum und Fläche, als auch mit dem Hell und Dunkel von Farbe und Licht. 

 

Auch bei ihren neuen Arbeiten ist es faszinierend zu beobachten, dass statische Bildtafeln durch wechselnde Lichtverhältnisse und beim Positionswechsel des Betrachters in Bewegung zu geraten scheinen.




Aus Werkgruppe ‚Ergänzungen‘ von Vera Röhm zeigen wir zwei Skulpturen, bei denen Holz und Plexiglas symbiotisch miteinander verbunden sind. 

 

Die Künstlerin ergänzt das opake, gebrochene Holz in einer einzigartigen Art und Weise durch das transparente, gegossene Plexiglas. Die Künstlerin wählt unterschiedliche Formgebungen und Größen wodurch immer wieder spannungsvolle Dialoge zwischen den so konträren Materialien entstehen und dennoch ein einheitliches Ganzes bilden. 

 

Daneben präsentieren wir eine Lichtskulptur aus der Serie „Die Nacht ist der Schatten der Erde“.




„Mit dem Einfachsten das Wesentliche auszudrücken“ ist die Maxime von Hellmut Bruch. Die ‚Fibonacci-Folge‘ und der ‚Goldene Schnitt‘ sind die Proportionsverhältnisse, die er für seine innerbildlichen Linien und geometrischen Figuren wählt. 

 

Seine Werke beruhen auf der Ordnung und Harmonie dieser mathematischen und in der Natur vorkommenden Regeln, die er mit dem Phänomen Licht in Korrelation bringt.




Die Bildobjekte von Gerhard Frömel sind ‚offene‘ plastische Arbeiten auf zwei Ebenen. 

 

Je nach Standort bilden sie ein geschlossenes Ganzes und wirken zweidimensional oder sie scheinen sich zu verschieben und werden zu dreidimensionalen, räumlichen Konstruktionen aus verschiedenen Teilen. 

 

Gerhard Frömels Werke sind passiv-kinetisch, d.h. sie erfordern die ‚aktive‘ Beteiligung des Betrachters.



Renate Balda widmet sich einer besonderen Form der Farbmalerei, bei der sie Schicht für Schicht ihre Acryllasuren über die gesamte Bildfläche schüttet und verlaufen lässt. 

 

Neben Leinwandarbeiten werden auch die kleinformatigen Tableaus aus ihrer Serie „Hommage an die italienische Tafelmalerei des Trecento“ zu sehen sein. 

 

Dass der Entstehungsprozess ihre Arbeiten im Besonderen prägt, ist auch an ihren Keramiken ablesbar. Form, Oberfläche und Farbgebung las- sen auch bei den ausgestellten plastischen Arbei- ten erkennen, dass Struktur, Farbe und Licht in ihrem Kunstschaffen eine große Rolle spielt.




Rita Ernst ist mit neuen Gemälden in der Ausstellung vertreten. Neben Schwarz, Weiß und Gold verwendet sie ausgesprochen kräftige, wenngleich gedeckte Farben. 

 

Die Künstlerin bezieht sich sich bei ihrer Bildkonzeption im Wesentlichen auf Proportion, Progression und Varia- tion. 

 

Wie schon bei einigen Präsentationen verschiedener Werkgruppen hier in Ladenburg zu bemerken war, ist die Künstlerin bei den ausgestellten Werken zwar der konkreten Tradition ihrer Zürcher Wahlheimat eng verbunden, doch nimmt sie sich auch hierbei wie immer die Freiheit zu individuellen und spannungsreichen Bildlösungen.

Wir freuen uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

 

Ihre Linde Hollinger und Team

 

Öffnungszeiten: 

Donnerstag – Samstag von 13.00 – 17.00 Uhr 

gerne auch nach Vereinbarung

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